Liebe Bloggerinnen und Blogger: Wir starten eine Blogparade! Wie es funktioniert? Ganz einfach: Du bloggst einen Artikel zum Thema „Teamarbeit zwischen Männlein und Weiblein“ und setzt einen Link zu diesem Blog. Um ganz sicher zu gehen, dass unsere Verknüpfung funktioniert, sei so gut und setze deinen Artikellink auch noch mal unter diesen Beitrag in den Kommentaren. Gesammelt wird einen Monat lang: Bis zum 04.04.2014. Ich sammle alle eingehenden Artikel und poste sie dann mit regelmäßigen Updates in diesem Artikel. Und natürlich mache ich den Anfang: Mein Artikel zum Thema Teamarbeit zwischen Männlein und Weiblein beginnt mit einer eigenen Erfahrung.

Willkommen, Veronika! … Und nun?

Fleißige Leserinnen und Leser werden es schon mitbekommen haben: Veronika Krytzner, die „Stimmperle“, und ich sind zu einem Team verschmolzen. Also … fast. Wir sind mittendrin, zu verschmelzen. Weil Veronika Dinge kann, die ich mir nicht mal erklären kann, und weil ich Dinge kann, die Veronika erstaunen. Wir beide – wir tragen keinen Wettkampf aus. Vielmehr haben wir Ziele definiert und arbeiten nun gemeinschaftlich daran, diese zu erreichen.

Die spinnen, die anderen!

Bei der Teamarbeit zwischen Männlein und Weiblein sind die Eindrücke oft extrem unterschiedlich! Bevor Veronika und ich miteinander starteten, also so richtig offiziell, denn wenn man es genauer betrachtet, sind wir schon länger ein Team, haben uns oft bei Trainings gegenseitig unterstützt, habe ich etwas recherchiert und mich umgehört. Da ist zum Beispiel dieses Interview gewesen, bei der die Texterin und Konzeptionerin Christa Goede mit dem Kommunikationsberater und Projektinszenator Alexander Mereien sprach. Goede ist überzeugt: „In gemischten Netzwerken hast du sofort diese Gockel am Start“. Goede arbeite derzeit ausschließlich mit Frauen zusammen, sie habe das nicht geplant, aber eben feststellen müssen, dass gemischte Netzwerke nicht funktionieren würden – aufgrund der „Gockel“. Eine Bekannte, der ich von diesem Interview erzählte, erinnerte sich an die Aussage einer Frau in einem Frauennetzwerk, dem sie mal beigetreten war: „Ich bin hier, weil Frauen anfangen zu spinnen, sobald ein Mann bei ihnen ist“, lautete die Antwort einer Teilnehmerin auf die Frage der Moderatorin, warum sie zum Netzwerktreffen gekommen sei.

Die anderen spinnen also. Mal die Männer, mal die Frauen. Gockel und Zicken. Echt jetzt? Ich wollte das nicht glauben, hatten Veronika und ich doch schon länger einen tollen Draht zueinander.

Wertschätzung, Verständnis und Rücksichtnahme: Die Grundpfeiler erfolgreicher Teams

© Rudie - Fotolia.com

Bei gemischten Teams ist das Verständnis des anderen das A und O. Männer sind in aller Regel Einzelkämpfer, die auf persönliche Vorteile bedacht sind. Das bestätigte das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Rahmen eines Verhaltensexperiments. Damit ist die Grundmotivation zur Teamarbeit schon mal unterschiedlich zwischen den Geschlechtern, denn Frauen wollen auf Kooperationen setzen. Neben der Empfänglichkeit für materielle Reize seitens der Männer sehen Frauen die Leistungen anderer auch weniger pessimistisch als Männer.

Ich denke, wenn wir die Grundlagen der Motivation für Teamarbeit kennen, haben wir schon halb gewonnen. Ich weiß, dass Veronika eine absolut großartige Beziehungspflegerin ist, die den kooperativen Ansatz nicht nur verfolgt, sondern lebt. Und Veronika weiß, dass es mir manchmal schwerer fällt, im Team zu arbeiten. Nicht weil ich nicht gruppenfähig bin, sondern weil ich zu einer Spezies gehöre, die ursprünglich ihre Probleme mit dem Starren ins Feuer gelöst hat. Für mich ist es ungewohnt, Strategien, Probleme und Chancen zu besprechen, Veronika tut das wie selbstverständlich. Und sie gewöhnt mich an das, was uns im Team weiterbringt.

Dass es sich lohnt, in gemischten Teams zu arbeiten, zeigte eine Forschungsarbeit der Carnegie Mellon University unter der Leitung der Psychologin Anita Williams Woolley: 699 Probanden wurden in zwei- bis fünfköpfige Gruppen eingeteilt, um kognitive Aufgaben zu erarbeiten. Die Gruppen erzielten bessere Ergebnisse als die Einzelkämpfer. Damit bestätigt die Studie, dass die kollektive Intelligenz der Gruppen höher war als die Summe der einzelnen Intelligenzen. Übrigens: Wenngleich es die Studie nicht zum Ziel hatte, geschlechterspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, zeigte sie doch, dass sich die kollektive Intelligenz mit der Anzahl an Frauen im Team erhöhte. Das soll nicht bedeuten, dass Frauen klüger sind, sondern dass Gruppenarbeiten dann am produktivsten sind, wenn soziales Einfühlungsvermögen inklusive ist.

Mit der Zeit lernt man(n) dazu

Liebe Frauen: Ich weiß, wir Männer sind oft merkwürdig für euch. Ihr seht die Welt mit emotionaleren Augen als wir. Bitte habt Geduld mit uns, denn eines kann ich euch versprechen: Wir lernen dazu. Mal schneller, mal langsamer, aber wir lernen. Ein Beispiel aus der Zusammenarbeit von Veronika und mir: Veronika fragt immer nach, wenn sie etwas nicht versteht. Ich hingegen spanne mein Gesicht an, höre wirklich aufmerksam zu und versuche, alles mitzukriegen. Ich und Fragen stellen? Hab ich nicht gemacht. Mittlerweile ertappe ich mich dabei, gelegentlich nachzuhaken, wenn ich den Sinn nicht gleich erfasse.

© Jeanette Dietl - Fotolia.com

Dieses Nachfragen führt in Teams übrigens häufig zu einem fiesen Missverständnis: Männer unterschätzen Frauen. Frauen sind in der Lage, Wissenslücken offenzulegen. Männer sind nicht mal in der Lage, nach dem Weg zu fragen. Das Missverständnis findet beidseitig statt: Dass Männer selten bis nie nachfragen, hinterlässt bei der holden Weiblichkeit den Eindruck, dass die männlichen Kollegen alles zum Thema wissen. Wir wissen, was passiert: Selbstzweifel. Männlein und Weiblein manövrieren sich auch gerne selbst in klassische Rollenverteilungen: Eine Bekannte erzählte mir jüngst von einem Workshop in ihrer Firma. Sie regte sich darüber auf, dass ihre männlichen Kollegen das Arbeitsmaterial vergessen hätten und sich alles von Frauen borgen würden. Frauen, so ihre Beobachtung, würden damit in die Assistenzrollen schlüpfen – Handlanger, sagte sie – während Männer einmal mehr die Macher seien.

Das sind sehr spannende Beobachtungen und Studien. Es am eigenen Leib zu erfahren, wie verschieden Männer und Frauen sind und was sie mit Wertschätzung, Rücksichtnahme und Verständnis für- und miteinander bewirken können, ist total irre! Ich jedenfalls freue mich sehr, in Veronika eine kompetente Kollegin gefunden zu haben, die meine männlichen Macken so lieb hinnimmt, mich oft darauf aufmerksam macht und trotzdem noch mit mir zusammenarbeiten will. Danke, Veronika! Und danke auch an alle Blogger, die sich an dieser Blogparade beteiligen – ich freue mich sehr auf eure Beiträge!

 

Fotos:
Titelbild: © alphaspirit – Fotolia.com
Artikelbilder: © Rudie – Fotolia.com & © Jeanette Dietl – Fotolia.com

 

Eingereichte Beiträge:


    • Interessant!
      Sie schreiben: “Zwar habe ich kaum Erfahrung mit gemischtgeschlechtlichen Teams (schon die häufig geforderte genderneutrale Sprache würde mir wohl den letzten Nerv raufen), aber ich habe doch schon oft mit Männern zusammengearbeitet – sei es mit Kunden, gelegentlich mit Kollegen, oder mit Mitarbeitern. Jedenfalls kann ich einiges zu diesem Thema beitragen.”

      Damit ich das verstehe: Sie haben also kaum Erfahrungen mit der Arbeit von Männern und Frauen, haben bisher fast nur mit Männern zusammengearbeitet und können daher das Thema beleuchten und dazu einiges beitragen?
      Allein Ihr Eingangssatz macht Ihren folgenden Artikel komplett unglaubwürdig. Das ist, also würden Sie sagen: “Ich habe noch nie Schnee gesehen, weiß aber genau, wie kalt er ist.”

      • Es tut mir sehr leid, wenn mein Einleitungssatz für Sie eventuell missverständlich war.
        Vielleicht wäre einiges für Sie nachvollziehbarer gewesen, hätten Sie den gesamten Text gelesen.
        IMHO tragen meine Erfahrungen nämlich durchaus zum Thema bei, es sei denn, es ist nicht erwünscht, dieses aus der Perspektive einer einzelnen Frau in einer Männerrunde zu beleuchten.

        BTW, normalerweise ist es üblich – und ein Akt der Höflichkeit – dass Kommentare direkt bei dem Blogeintrag hinterlassen werden, auf den sie sich beziehen, damit der Autor an Ort und Stelle ggf. dazu Stellung beziehen kann.

        Was den “Schnee” betrifft:
        Bei über 273K taut er auf. Um das zu wissen, muss man nicht mit ihm in Berührungen kommen (was ich aber leider schon reichlich kam).

        • Vielleicht lassen Sie mal die Unterstellung beiseite, ich hätte nicht den gesamten Text gelesen – quasi als Akt der Höflichkeit und des Respekts.
          Ob Sie das Thema als Frau oder Mann beleuchten, ist meiner Meinung nach unerheblich. Sie fällen ein pauschales Urteil, und zwar wiederholt. Da gehe ich halt nicht mit.

          Zur Platzierung meines Kommentars: Sie haben hier Ihren Link angefügt, also liegt es nahe, darauf auch hier zu antworten. Ich verstehe daher Ihren Einwurf nicht.

          • Aus Ihren Äußerungen muss ich leider zur Vermutung kommen, Sie hätten meinen Text nicht – oder zumindest nur sehr oberflächlich – gelesen.
            Sollte ich mich irren, ziehe ich diesen Schluss selbstverständlich gerne zurück.

            Der Sinn einer Blogparade (um die es sich ja hier handelt) ist es gerade, auf Einträge in anderen Blogs zu verlinken – was ich entsprechend mit Einfügen meines Links getan habe.
            Die Diskussion findet aber trotzdem bei den einzelnen, verlinkten Einträgen statt.

            Gerne erläutere ich Ihnen auf meinem Blog weitere Einzelheiten.
            Hier brauche ich mich dagegen nicht dafür zu rechtfertigen, dass das, was Sie – nur weil es offenbar Ihrem bisherigen Weltbild widerspricht – für “pauschale Urteile” halten, tatsächlich meine Erfahrungen wiederspiegelt, und inzwischen auch von anderen Kommentatoren bestätigt wurde.

            • Ich schieße mal eben dazwischen: Es ist okay, wenn ihr hier diskutiert. Davon, dass ihr sachlich bleibt, gehen wir einfach mal aus – eine anregende Diskussion kann dem Thema jedenfalls nicht schaden :)

            • Ich habe überhaupt kein Problem damit, wie wessen Erfahrungen aussehen.
              Allerdings bleibe ich dabei, dass man nur schwer von Erfahrungen berichten kann, wenn man kaum welche gemacht hat, wie Sie ja nun mal unmissverständlich eingangs schreiben.

              • Jetzt erkläre ich es hier zum letzten Mal:

                Ich habe geschrieben “kaum Erfahrung mit gemischtgeschlechtlichen Teams”.
                Das widerspricht nicht den Tatsachen, dass ich einiges an beruflicher Erfahrung habe als
                * einzige Frau, die mit mehreren Männern auf gleicher Ebene zusammenarbeitet
                * als Frau in einer Führungsposition mit ausschließlich männlichen Mitarbeitern

                Lediglich die Konstellation “mehrere Männer und mehrere Frauen” habe ich zugegebenermaßen nur selten erlebt. Mehr sagt mein “unmissverständlicher” Eingangssatz nicht aus.

                Meines Erachtens verfehle ich mit meinem Blogeintrag nicht das gesetzte Thema, welches ich etwas allgemeiner interpretiere, als Aspekte der beruflichen Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen.

                Selbstverständlich haben Sie jedoch ein Recht auf eine abweichende Meinung, die Sie gerne auch auf meinem Blog äußern dürfen.
                Hier werde ich aber nicht mehr auf Ihre Kommentare eingehen.

  1. “Es ist ein typischer Fehler von Frauen, dass sie glauben, sie müssten alles alleine schaffen. Die Strategie der Männer, um schnell voranzukommen, ist das genaue Gegenteil, die suchen sich den richtigen Helfer ”

    Aus einem anderen Beitrag! Von wegen Frauen wären Teamplayer. Dieser aktuelle Beitrag ist dermaßen schwarz/weiß und final hochgradig feministisch. Er entspricht nicht neuesten!! Erkenntnissen der Forschung. Beispiel Fragen: ich erlebe Frauen als äußerst aggressiv, wenn man nachfragt. Häufig fühlen sie sich attackiert, vermuten linke Touren hinter Fragen. Und regelmäßig nicht kompromissbereit bei ihrer so “wunderbar vorbereiteten” Meinung/Standpunkt

    • Danke, das sind gute Ergänzungen! Genau das macht erfolgreiche Diversifikation aus: Die Zusammenstellung nach Fähigkeiten und Interessen, Stärken und Schwächen.

  2. Pingback: „Alleine unter Männern“ und was hat das mit Innovation zu tun? | Mara Innovations

    • Herzlichen Dank für Deinen innovativen Beitrag, liebe Mara. Ich mag besonders den Satz “Weder Frauen noch Männer erzielen die besseren Ergebnisse. Zusammen sind wir stark”. Zusammen ist das Zauberwort!

      Liebe Grüße

  3. Hallo,

    hey, ich finde es klasse, dass ihr Alexanders und mein Gespräch als Basis für eine Blogparade nehmt! Tolle Idee!

    Trotzdem möchte ich gerne eines richtig stellen in Sachen Männer und Frauen in Projekten. Ich sagte unter anderem im Gespräch: “Ich arbeite zurzeit nur mit Frauen zusammen – ohne dass ich es geplant oder gewollt hätte. Denn ich netzwerke seit vielen, vielen Jahren und habe festgestellt: Gemischte Netzwerke funktionieren nicht. Das Problem ist: In gemischten Netzwerken hast Du sofort diese Gockel am Start. Viele Männer drängen sich in den Vordergrund und es heißt dann plötzlich „Ich“ wo eigentlich ein „Wir“ hätte stehen müssen.” Und weiter unten dann: “Natürlich kann ich auch mit Männern zusammenarbeiten, aber nicht mit einem bestimmten Typ. Mein Arbeitsumfeld besteht zurzeit fast nur aus Frauen, das ist vor allem meinem Netzwerk geschuldet: zum Beispiel den Digital Media Women oder dem Texttreff, der ausschließlich aus Frauen besteht. Daraus ergeben sich viele Kontakte und Kooperationen. Interessanterweise habe ich aber mehr männliche Kunden als weibliche. Einen bestimmten Typ, der Wert auf respektvollen Umgang und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit legt – genau wie ich.”
    Das liest sich IMHO in Gänze ziemlich anders als die Worte, die ihr euch aus dem ganzen Gespräch rausgepickt habt – findet ihr nicht auch?

    Sonnige Grüße sendet euch
    Christa

    • Hallo Christa,

      die Basis unserer Blogparade bildet die Zusammenarbeit zwischen Veronika & mir – im zitierten Teil ging es darum, “Schuldschlagworte” zu finden, die uns ja überall umgeben ;) Das komplette Interview kann man in der Verlinkung lesen, ich wollte Schlagworte rausfischen wie “Gockel” oder, wie in der Anekdote danach, “Frauen fangen an zu spinnen”.

      Danke für deine Ausführungen,
      das gemischte Doppel vom Team .edelburg :)

  4. Pingback: Teamarbeit zwischen Männern und Frauen im Startup | Inside Leetchi.com

    • Liebe Sylvia
      herzlichen Dank für Deinen frühlingshaften Beitrag. Die Anziehung zwischen Mann und Frau fehlte noch ein wenig in der Blogparade :-).

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